Historie der SPD Eisenberg

Teil 7

Trotzdem gelang es immer wieder, mit Gesetzen und Verboten die hiesigen Sozialdemokraten in ihrer Arbeit zu behindern. Man berief sich dabei auf das noch gültige Sozialistengesetz. Aber es gab auch Verbündete. Der Kursdorfer Gastwirt Scheffer, organisierte spontan zum 1. Mai 1890 ein Konzert mit Illumination. Alle Gastwirte der Stadt hatten die Nutzung ihrer Lokale für die 1. Maifeier verweigert. Aber auch Scheffer durfte die Sozialdemokraten nicht aufnehmen. Die Arbeiter marschieren deshalb durch das Mühltal wieder nach Eisenberg. An einem Baum mit Stacheldraht befestigten sie eine rote Fahne.

Noch im gleichen Jahr, im Oktober fand in Altenburg der erste Landesparteitag der sachsen- altenburgischen Sozialdemokraten statt. Erster Vertrauensmann für Eisenberg wurde Adolf Flügel. Ein Jahr später, auf dem 2. Parteitag in Ronneburg, verzeichnete man erstmals auch Beitragseinnahmen aus Eisenberg. Das Einsammeln der Beiträge, die Verteilung der sozialdemokratischen Zeitung „Der Wähler“ und die Verwaltung von Parteiliteratur waren unter anderen Aufgaben von Adolf Flügel.

1891 wurde die erste gewerkschaftliche Zahlstelle durch die Porzellanarbeiter etabliert. Innerhalb von zehn Jahren konnten bereits 250 Mitglieder verzeichnet werden. Auch der Konsum- Verein Eisenberg gründete sich in diesem Jahr und zählt 1917, bedingt auch durch den ersten Weltkrieg, bereits 1.898 Mitglieder.

Die 1. Maifeier 1892 die in der Erholung stattfinden sollte, versuchte man, von amtlicher Seite zu verbieten, was aber nicht gelang. Auch ein Jahr später untersagte man aufgrund des sächsischen Vereinsgesetzes der Aufmarsch zum 1. Mai. Unter dem Vorsitz von Emil Böhme, wurde 1893 der Arbeiter- Bildungs- Verein Eisenberg gegründet.

Im Jahr darauf war geplant, den Landesparteitag in Eisenberg abzuhalten. Sämtliche Lokale verweigerten sich dieser Veranstaltung, sodass man nach Altenburg auswich. 2 Delegierte aus Eisenberg nahmen daran teil. Außer dem Gewerkschaftskartell das man 1895 gründete, wurde im gleichen Jahr noch die erste Fortbildungsschule für Lehrlinge eröffnet.

1896 fand dann in Buschs Restauration in Eisenberg der erste Landesparteitag mit 30 Delegierten statt. Der vierwöchige Streik, der ebenfalls in diesem Jahr gegründeten Vereinigten Etuisarbeiter, musste erfolglos abgebrochen werden. 1898 nahm man das Gaswerk in Betrieb- die Stadtwerke wurden gegründet.

Ein Jahr später fand mit über 100 Beteiligten eine sozialistische Maifeier statt. Am 1878 errichteten Kriegerdenkmal „Saxonia“ wurden 2 rote Fahnen befestigt, die aber Ordnungskräfte sofort wieder entfernten. Im gleichen Jahr ist Emil Böhme mit 26 Jahren erster sozialdemokratischer Stadtrat in Eisenberg. Die Brauerei in der Gartenstraße (jetzt AWO- Kindergarten) wird gebaut. 1900 lebten in der Stadt 8824 Menschen.

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