Historie der SPD Eisenberg

Teil 10

Im gleichen Jahr erließ der kommandierende General Paul von Hindenburg den Befehl, Listen mit den Namen führender Sozialdemokraten zu erstellen. Die aufgeführten Personen sollten im Falle eines Kriegsausbruches sofort verhaftet werden. Unter den 265 aufgeführten Sozialdemokraten waren auch Eisenberger. Berthold Faulian (Vorsitzender der Ortsgruppe der SPD) Max Obst (Vorsitzender des Gewerkschaftskartells) Friedrich Sturm (Leiter des Eisenberger Arbeitersekretariats) Karl Prüfer ( Vorsitzender des Konsum- und Produktivvereins) Hermann Brendel (Vorsitzender des Freidenkerverbandes) Sowie die beiden Landtagsabgeordneten Paul Junghanns und Emil Böhme.

Die Etuiarbeiter traten von 1910-11 in einen fünfmonatigen Streik. Sie forderten mehr Lohn und die 54 Stunden Woche. Der Landesparteitag fand 1911 in Eisenberg statt. Im gleichen Jahr sprach Rosa Luxemburg erneut im „Altenburger Hof“. Am 24.Februar 1912 wurden 576 Porzellanarbeiter der Firmen Kraft, Jäger, Kalk und Reinecke bis zum 23. März ausgesperrt. 1913 kam es in der Porzellanfabrik Jäger zum Streik, worauf 120 Arbeiter entlassen wurden. 60 davon stellte man wieder ein. Der Lohnausfall belief sich auf 35.000 Mark.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 rief der Ortsverein der Eisenberger SPD zu einer öffentlichen Versammlung im „Altenburger Hof“ gegen Krieg und Kriegsgefahr auf. Diese wurde aber vom Stadtrat verboten. Unter den bis Oktober in den Krieg eingezogenen 250 Sozialdemokraten war auch Emil Böhme. Der Ortsverein selbst zählte mittlerweile 944 Mitglieder.

Der 1. Weltkrieg hinterließ auch in Eisenberg tiefe Wunden. Viele der eingezogenen Soldaten kehrten nicht in ihre Heimat zurück. Hunger, Arbeitslosigkeit, Inflation und Krankheiten machten der Bevölkerung zu schaffen.

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