Seniorenbüro im SHK – ein Trauerspiel in mehreren Akten

Veröffentlicht am 31.01.2011 in Allgemein

Die aktuellen Äußerungen der stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Gesundheit und Soziales, Frau Eva Bärthel (CDU) veranlassen mich Stellung zu beziehen. Ich meine, die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, was für ein Trauerspiel in mehreren Akten inszeniert wurde.

Nicht ist gut mit dem Seniorenbüro. Frau Bärthel kann in der OTZ zwar gebetsmühlenartig behaupten, die Sache sei ihr wichtig, allerdings war sie z.B. zu der letzten Sitzung ihres Ausschusses nicht anwesend. In dem am 23.01.11 tagenden Ausschuss für Gesundheit und Soziales wurden immer wieder Vorwürfe laut, Frau Pilling hätte ihre Arbeit nicht zufriedenstellend getan. Das sind haltlose Beschuldigungen, da sich kaum ein Drittel der Mitglieder je inhaltlich mit der Arbeit des Seniorenbüros befasst hat und über die Bandbreite und Professionalität der Arbeit nicht auskunftsfähig ist und war. Erst als der Tagesordnungspunkt direkt behandelt wurde, legte man den Kreistagsmitgliedern einen Entwurf vor, den die Verwaltung ausgearbeitet hatte. Darin wurden die Kreistagsmitglieder zu einer schnellen Entscheidung über die Weiterführung des Seniorenbüros des Landkreises gedrängt. Dabei war der Vorschlag alternativlos, weil die erwähnte Alternative- Ausschreibung dieser Stelle - von führenden CDU-Kreistagsmitgliedern sofort verworfen wurde.

Mit diesem Unwort des Jahres 2010 „alternativlos“, beschreibe ich einen Zustand, der zeigt, wie die Mehrheitsfraktion der CDU/FDP/Bauern die Arbeit des Kreis-Seniorenbüros bewertet.
Einen Vorschlag, den ich namens der SPD-Fraktion als Antrag in der letzten Kreistagssitzung erhob, wurde von dieser Fraktion abgelehnt. Ich schlug vor, aus der Haushaltsstelle Öffentlichkeitarbeit/Amtsblatt des SHK die fehlenden 6175 € zu entnehmen und es für die Arbeit des Seniorenbüros zu verwenden. Das sind 0,008 % des Kreishaushaltes! Ob ein Amtsblatt farblich oder schwarzweiß gedruckt wird, ist meines Erachtens unerheblich, scheint aber ein werbewirksames Instrument für die führenden Fraktionen im Landkreis zu sein. Vielleicht soll der politisch blasse Landrat mehr Farbe auf den vielen Bildern von ihm bekommen? Das Denken dieser Mehrheitsfraktion ist aber ohnehin Schwarz-Weiß.Sie unterscheidet nur zwischen Gut und Böse. Dazwischen gibt es nichts! Das bekam auch Frau Pilling zu spüren. Wer für ein Volksbegehren und mehr Demokratie eintritt, der bekommt die Allmacht des landgräflich geführten Kreistages und seiner Vasallen zu spüren

Es stimmt mich traurig, wenn so lieblos und ungerecht mit der bisherigen Arbeit des Seniorenbüros umgegangen wird und fast die Hälfte der Einwohner des SHK, bei steigender Tendenz keine kreisliche Interessenvertretung mehr haben. Dabei gibt es in Deutschland bereits ca. 270 Kreis-Seniorenbüros. Frau Gabriele Pilling hat das Seniorenbüro nicht auf eigenen Wunsch verlassen. Sie hat nur den ersten Schritt getan, nachdem bereits mehrfach von vorsorglicher Kündigung gesprochen wurde und seitens des Landratsamtes erwogen wurde, ihr ein Ausscheiden nahe zu legen. Die bisherige Finanzierung, die nach Wegfall der Landesmittel seitens der Kommune gleich blieb, war nicht mehr gesichert, um die geforderte Arbeit zu leisten. Für eine 56,2 % VBE ( 22,5 Wochenstunden) und Sachmittel hätten die Mittel und der Einsatz des Trägers maximal bis August 2011 gereicht. Alles andere blieb seit Beginn 2010 offen und wurde immer wieder in einer Erhöhung oder Klärung abgelehnt. Die seit 2010 jährlichen im Haushalt befindlichen 5000 € für Seniorenarbeit vor Ort sind ein geringer, sehr geringer Beitrag um die Arbeit in den Gruppen zu unterstützen. Diese Förderung sorgt in den ca 65 Begegnungsstätten und Seniorenclubs des Landkreises nicht für Kontinuität, ausreichende Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche oder eine qualitativ hochwertige Beratung, Information oder Hilfe. Es ist beschämend sich mit diesen Federn besonders schmücken zu wollen.

Es gibt einige CDU/FDP-Kreistagsmitglieder, die nicht verstehen wollen, oder können, wie eine qualitativ hochwertige Arbeit des Seniorenbüros, wie es unter Frau Pilling der Fall war, aussieht und das für Qualität und professionelle Arbeit auch ein tariflicher Lohn mehr als gerechtfertigt ist. Die Einrichtung Seniorenbüro wurde wissentlich einem Träger, der Tarif zahlt übergeben, eine Sozialpädagogin angestellt, die so beinahe einzigartig im Landkreis, über den gesamten Kreis hinweg vernetzend und beratend, motivierend und aktivierend tätig war.

Das Seniorenbüro war somit eine Einrichtung, die zum „Wir“ im Saale-Holzland-Kreis beitrug, Es wurde wegen nichtiger 6175 € und dem engagierten Eintreten seiner Leiterin für die Interessen der Älteren, seiner Funktion beraubt. Es war die einzige hauptamtliche Stelle für die Älteren im SHK. Schade, eine gute Sache wird Geschichte, eine nach 10 Jahren hochgelobte Arbeit ( Nov. 2009 - OTZ berichtete) wird jetzt verunglimpft. Damit setzen wir uns kein Denkmal.

Andreas Hipp, SPD-Kreistagsmitglied

 

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